Vereinsarbeit

Neben dem Schutz der Brut- und Rastvögel fühlt sich der Verein Langenwerder auch der Vogelforschung verpflichtet. Eine wichtige Methode um Zug und Populationsdynamiken von Vögeln zu untersuchen, ist die Beringung. Dazu werden die Vögel gefangen und mit Ringen markiert. Jeder Ring trägt eine individuelle Nummer und den Namen der jeweiligen Beringungszentrale. So kann jeder wiedergefundene Vogel seinem Beringungsort zugeordnet werden. Jedes Jahr wird daher einem Teil der auf Langenwerder geschlüpften Vögel ein solcher Ring angelegt.

Ein interessanter Wiederfund ist die Sturmmöwe mit dem Ring „Hiddensee IA114559“ (zusätzlich mit dem weißen Plastikring „X16K“ versehen), die 228 Tage nach der Beringung lebend im 915 km entfernten Fishmoor Reservoir in Blackburn, Lancashire, England beobachtet wurde.

Seit 2010 werden einige Sturmmöwenküken zusätzlich zu den Vogelwartenringen mit farbigen Plastikringen markiert. Auf diesen befindet sich eine vierstellige Ziffern-Buchstaben-Kombination, die man mit Fernglas oder Fernrohr ablesen kann. Dieses ermöglicht mehr Lebensdaten von einem Vogel zu erhalten ohne ihn wieder einfangen zu müssen.

Auch die alljährlich durchziehenden Zugvögel werden gefangen und beringt. Von besonderem Interesse sind dort die an Wattflächen gebundenen Watvögel. Diese in Skandinavien und Russland brütenden Vögel werden mit Reusen gefangen. Mit den Ringen setzen die Tiere ihre weite Reise, die sie z.T. bis nach Westafrika führt, fort. Seit 1964 werden auf Langenwerder Watvögel beringt. Die am häufigsten beringte Zugvogelart ist der Alpenstrandläufer mit etwa 1.500 Tieren jährlich.

Der Verein Langenwerder bietet Studierenden die Möglichkeit, Abschlussarbeiten zu zoologischen, botanischen und sonstigen Themen, die Bezug zu den betreuten Schutzgebieten haben, zu erstellen. Interessierte wenden sich gerne an den Vorstand.